Bußgeld Fahrerflucht

Wie hoch ist das Bußgeld bei einer Fahrerflucht? 

 

Die Frage wird mir als Anwalt, der häufig gegen den Vorwurf der Verkehrsunfallflucht verteidigt, oft gestellt. Meine Antwort: Für die Fahrerflucht gibt es überhaupt kein Bußgeld. Bußgelder werden nur für Ordnungswidrigkeiten verhängt. Die Fahrerflucht bzw. Unfallflucht ist aber keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat. Im Strafgesetzbuch wird das Delikt als unerlaubtes Entfernen vom Unfallort bezeichnet, geregelt in § 142 StGB. Wird jemand wegen einer Straftat verurteilt, gibt es eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe, je nach Delikt. Bei der Verkehrsunfallflucht wird in der Regel eine Geldstrafe verhängt. Eine Freiheitsstrafe ist zwar gesetzlich möglich, in der Praxis aber die Ausnahme.

Macht es einen Unterschied, ob man jetzt wegen mit einer Geldstrafe oder mit einem Bußgeld bestraft wird? Ja. Zum einen sind Geldstrafen in der Regel höher. Wer als Autofahrer Bußgelder im Bereich von 100, 200 oder 300 Euro kennt, wird bei der Geldstrafe wegen der Fahrerflucht meist überrascht sein. Denn hier beginnen die Geldstrafen in der Praxis etwa bei einem halben Nettomonatslohn. Damit ist schon der zweite wichtige Unterschied zwischen der Geldbuße und der Geldstrafe angesprochen: Geldstrafen werden gem. § 40 StGB in Tagessätzen verhängt. Damit werden die wirtschaftlichen Verhältnisse des Beschuldigten berücksichtigt. 15 Tagessätze entsprechen einem halben Monatslohn, 30 Tagessätze einem ganzen Nettomonatslohn. Und ein weiterer Unterschied: Wenn die Geldstrafe nicht bezahlt wird, tritt an ihre Stelle die Ersatzfreiheitsstrafe. Für jeden Tagessatz Geldstrafe muss der Verurteilte dann für einen Tag ins Gefängnis. Wenn man z. B. einen Strafbefehl wegen Verkehrsunfallflucht über 30 Tagessätze erhält und diesen nicht bezahlt, muss man 30 Tage “absitzen”. Fazit: Die Frage nach der Höhe des Bußgeldes für eine Unfallflucht ist falsch gestellt. Wie hoch ist die Geldstrafe bei der Fahrerflucht wäre die richtige Frage.

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